Kapitel · 7 Abschnitte
- 01Was muss an einer Website überhaupt gepflegt werden?
- 02Warum kann man Updates nicht aufschieben?
- 03Wie oft braucht eine Website ein Backup?
- 04Woran merkst du, dass mit deiner Website etwas nicht stimmt?
- 05Welche Inhalte veralten am schnellsten?
- 06Welche rechtlichen Pflichten laufen nach dem Livegang weiter?
- 07Selbst pflegen oder abgeben?
Kapitel 01
Was muss an einer Website überhaupt gepflegt werden?
Fünf Dinge, und sie haben nichts miteinander zu tun. Bei Kienzl Media fassen wir sie zu einem Wartungsauftrag zusammen, weil sie in der Praxis alle liegen bleiben, sobald sie einzeln jemandem gehören: Software-Updates, Datensicherung, Sicherheit, Inhalte und rechtliche Angaben.
Die Trennung ist wichtig, weil nur drei davon technisch sind. Updates, Backups und Sicherheit laufen im Hintergrund, und wenn sie gut gemacht sind, merkst du nie etwas davon. Inhalte und Recht dagegen sind Entscheidungen, die aus deinem Betrieb kommen, und kein Dienstleister kann sie dir abnehmen.
Das erklärt auch, warum „ich mache die Wartung selbst“ so oft scheitert. Es scheitert nicht am Können. Es scheitert daran, dass nichts davon einen Termin hat. Eine Rechnung mahnt, ein Kunde ruft an, ein fehlendes Update sagt zwei Jahre nichts und dann alles gleichzeitig.
- **Updates.** Das Redaktionssystem, seine Erweiterungen und die Serversoftware bekommen laufend neue Fassungen, teils mit Sicherheitsbezug.
- **Backups.** Eine Sicherung je Tag, außerhalb des Servers gelagert, und eine Probe, ob sie sich zurückspielen lässt.
- **Sicherheit.** Anmeldungen überwachen, Zugänge aufräumen, Dateien auf Veränderungen prüfen.
- **Inhalte.** Preise, Leistungen, Team, Referenzen, Öffnungszeiten. Das ist der Teil, der Anfragen bringt.
- **Recht.** Impressum, Datenschutzerklärung, eingebundene Dienste, Bildlizenzen, Barrierefreiheit.
Kapitel 02
Warum kann man Updates nicht aufschieben?
Weil eine Sicherheitslücke öffentlich ist, sobald das Update erscheint. Mit jeder Veröffentlichung steht in den Versionshinweisen, was behoben wurde, und damit auch, was in der alten Fassung offen liegt. Die Suche nach Websites, die noch auf der alten Fassung laufen, ist automatisiert und dauert Minuten.
Dagegen steht ein echter Einwand, und er ist berechtigt: Updates können etwas kaputt machen. Eine Erweiterung verträgt sich nach dem Update nicht mehr mit der Vorlage, ein Formular verschiebt sich, eine Seite bleibt weiß. Genau deshalb ist Einspielen allein keine Wartung.
Der Ablauf, der beides löst: Update auf einer Kopie einspielen, die wichtigsten Wege durchklicken, danach auf die echte Seite. Startseite, eine Leistungsseite, das Kontaktformular abschicken, auf dem Handy nachsehen. Das sind zehn Minuten, und sie ersparen den Anruf, dass seit zwei Wochen keine Anfragen mehr ankommen.
- Sicherheitsrelevante Updates gehören zeitnah eingespielt, nicht beim nächsten Durchgang.
- Funktionsupdates können warten, bis jemand Zeit hat, sie zu prüfen.
- Die Serversoftware braucht alle paar Jahre einen Sprung. Das ist der Fall, der tatsächlich weh tut, weil alte Erweiterungen danach teilweise nicht mehr laufen.
- Was nicht mehr gepflegt wird, muss weg. Eine Erweiterung, deren Entwickler seit drei Jahren nichts veröffentlicht hat, ist eine offene Tür und kein Werkzeug.
Bei einer programmierten Website ohne Redaktionssystem fällt dieser Abschnitt kleiner aus, aber er fällt nicht weg: Auch dort gibt es Bausteine mit Sicherheitsbezug, und auch dort laufen Serversoftware und Zertifikate weiter. Der Unterschied steht im Ratgeber WordPress oder Next.js.
Kapitel 03
Wie oft braucht eine Website ein Backup?
Täglich, und das ist keine Vorsichtsmaßnahme für Katastrophen. Der häufigste Grund für ein Rückspielen ist nicht der Angriff, sondern der eigene Fehler: eine Seite gelöscht, ein Text überschrieben, ein Update schiefgegangen.
Zwei Eigenschaften entscheiden, ob ein Backup etwas wert ist. Es muss außerhalb des Servers liegen, auf dem die Website läuft, denn ein Server, der ausfällt, nimmt die Sicherung auf derselben Maschine mit. Und es muss schon einmal zurückgespielt worden sein. Eine Sicherung, die nie geprüft wurde, ist eine Hoffnung mit Dateiendung.
Die zweite Zahl, nach der du fragen solltest, ist die Rückspielzeit. Eine Website wieder online zu haben, ist etwas anderes, als eine Datei zu besitzen. Bei uns liegt die Sicherung außerhalb des Webservers, und das Zurückspielen eines Stands ist eine Sache von Minuten, nicht von Tagen.
- Wie oft wird gesichert, und wie viele Tage lassen sich zurückgehen?
- Liegt die Sicherung an einem anderen Ort als die Website?
- Wird sie regelmäßig testweise zurückgespielt, oder nur erzeugt?
- Enthält sie Datenbank und Dateien, oder nur eines von beidem? Nur eines ist nichts.
- Wie lange dauert es im Ernstfall, bis die Seite wieder erreichbar ist?
Kapitel 04
Woran merkst du, dass mit deiner Website etwas nicht stimmt?
Meistens daran, dass jemand anders es dir sagt. Ein befallener Auftritt sieht für den Betreiber oft wochenlang normal aus, weil der Schadcode gezielt andere Besucher bedient als den eingeloggten Betreiber.
Diese Anzeichen sind die üblichen, in der Reihenfolge, in der sie auffallen:
- Google zeigt im Suchergebnis eine Warnung an, oder die Suchkonsole meldet Sicherheitsprobleme.
- Besucher landen über Suchergebnisse auf fremden Seiten, du über die direkte Eingabe der Adresse aber nicht.
- In der Suche erscheinen Unterseiten deiner Domain, die du nie angelegt hast, oft mit Begriffen aus völlig anderen Branchen.
- E-Mails von deiner Domain landen plötzlich im Spam, weil über den Server Werbemails verschickt wurden.
- Die Seite ist langsam geworden, ohne dass sich etwas geändert hat.
Die Kostenrechnung dahinter ist der eigentliche Grund für diesen Abschnitt. Eine befallene Website zu reinigen heißt: alle Dateien prüfen, versteckte Zugänge finden, Passwörter tauschen, bei Google eine erneute Prüfung beantragen und abwarten. Das kostet mehr als ein Jahr Wartung, und in der Zwischenzeit steht die Website mit einer Warnung in den Suchergebnissen. Wer das einmal erlebt hat, diskutiert über 39 € im Monat nicht mehr.
Ein Punkt, der nichts kostet und viel bringt: Zugänge aufräumen. Der Praktikant von vorletztem Jahr, die Agentur davor, der Entwickler des Formulars. Jeder aktive Zugang ist ein Weg hinein, und die meisten Websites haben mehr davon, als ihr Betreiber weiß.
Kapitel 05
Welche Inhalte veralten am schnellsten?
Die, die am meisten entscheiden. Preise, Leistungen, Ansprechpartner, Öffnungszeiten und Referenzen stehen in der Regel auf den Seiten, die am häufigsten aufgerufen werden, und sie sind zugleich die ersten, die nicht mehr stimmen.
Das ist kein Schönheitsthema, sondern ein Vertrauensthema. Ein Besucher, der auf der Leistungsseite ein Angebot findet, das du seit einem Jahr nicht mehr machst, ruft nicht an, um das zu klären. Er geht zum nächsten Anbieter. Und eine Mitarbeiterin, die vor zwei Jahren gekündigt hat, aber noch im Team steht, ist der schnellste Weg, Sorgfalt in Zweifel zu ziehen.
Dazu kommt die Suchmaschine. Google bewertet nicht einfach neue Inhalte besser, aber es bewertet, ob eine Seite die Frage noch beantwortet. Eine Seite, auf der Jahreszahlen, Preise und Verfahren von 2022 stehen, verliert gegen eine, die nachgezogen wurde, selbst wenn an der sonst nichts besser ist.
- **Jedes Quartal:** Preise, Leistungen, Ansprechpartner, Öffnungszeiten, Urlaubszeiten.
- **Zweimal im Jahr:** Referenzen und abgeschlossene Projekte, Team und Fotos, Stellenanzeigen.
- **Einmal im Jahr:** alle Seiten einmal durchlesen und streichen, was niemand mehr braucht. Eine Website wird durch Weglassen besser, nicht durch Anhängen.
- **Laufend, wenn du Sichtbarkeit willst:** neue Inhalte zu Fragen, die Kunden tatsächlich stellen. Das ist der Teil, der aus Pflege Wachstum macht, und er beginnt bei uns als Betreuung bei 449 € im Monat.
Ein verlässlicher Weg, das nicht zu vergessen: Jede Rechnungsperiode, in der du ohnehin in die Zahlen schaust, bekommt zehn Minuten Website dazu. Die Inhaltspflege scheitert fast nie am Aufwand und fast immer daran, dass niemand einen Anlass hat, hinzusehen.
Kapitel 06
Welche rechtlichen Pflichten laufen nach dem Livegang weiter?
Rechtstexte sind kein Zustand, sondern eine Abbildung dessen, was deine Website tut. Sobald sich die Website ändert, ändert sich der Text, und genau das wird übersehen.
Der häufigste Fall: Es wird ein neues Werkzeug eingebunden, ein Buchungskalender, eine Kartenansicht, ein Chat oder ein Auswertungsdienst. Jedes davon verarbeitet Daten, gehört in die Datenschutzerklärung und je nach Art in die Zustimmung, die der Besucher gibt. Eingebaut wird in zehn Minuten, nachgezogen wird nie.
- **Datenschutzerklärung.** Muss zu den tatsächlich eingebundenen Diensten passen, nicht zu denen von vor drei Jahren.
- **Zustimmung zu Cookies.** Was ohne Zustimmung nicht laden darf, darf auch vorher nicht laden. Ein Hinweisfenster, das Dienste schon beim Aufruf startet, ist schlimmer als keines, weil es die Absicht dokumentiert.
- **Impressum.** Rechtsform, Vertretungsberechtigte, Register, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Ändert sich bei jeder Änderung an der Firma.
- **Bildrechte.** Lizenzen für gekaufte Bilder laufen aus oder gelten nur für bestimmte Zwecke. Das fällt erst auf, wenn eine Rechnung kommt.
- **Barrierefreiheit.** Für viele Unternehmen ist sie seit Juni 2025 Pflicht. Sie ist kein einmaliger Zustand: Jede neue Seite, jedes neue Bild ohne Beschreibung und jedes eingebundene Fremdelement kann sie wieder brechen.
Eine Rechtsberatung ist das nicht, und wir geben keine. Was wir tun: bei jeder Änderung an der Technik sagen, was sie für diese Angaben bedeutet, und die Stellen bauen, an denen sie stehen. Der Wortlaut kommt von deinem Anwalt oder aus einem gepflegten Textdienst.
Kapitel 07
Selbst pflegen oder abgeben?
Beides geht, und die Grenze liegt nicht beim Können, sondern bei der Verlässlichkeit. Technik lässt sich abgeben, Inhalte nicht vollständig, und eine ehrliche Aufteilung funktioniert besser als beide Extreme.
Was bei uns in einem Wartungsauftrag liegt: Updates auf einer Kopie testen und einspielen, tägliche Sicherung außerhalb des Servers, Überwachung der Erreichbarkeit und des Zertifikats, Sicherheitsprüfungen und ein Ansprechpartner, wenn etwas klemmt. Hosting und Wartung beginnen bei 39 € im Monat, der Full-Service mit einer Stunde Änderungen im Monat liegt bei 149 €. Eine Stunde reicht erfahrungsgemäß für drei bis vier typische Wünsche: neue Preise, ein ausgetauschtes Foto, ein neuer Absatz, eine Stellenanzeige.
Was sinnvoll bei dir bleibt: alles, was eine Entscheidung ist. Welche Leistung du anbietest, was sie kostet, wer im Team steht, welches Projekt sich als Referenz lohnt. Diese Dinge kannst du selbst ändern, wir richten den Zugang dafür ein und zeigen es an der fertigen Seite.
- Rechne deine eigene Zeit ein, bevor du vergleichst. Updates prüfen, Sicherung kontrollieren, Zugänge aufräumen und einmal im Monat durchklicken ist realistisch eine bis zwei Stunden.
- Prüfe beim Abgeben, was genau enthalten ist. „Wartung“ reicht von einem automatischen Update ohne jede Prüfung bis zu einem getesteten Durchgang mit Ansprechpartner.
- Frage nach der Rückspielzeit, nicht nach der Backup-Häufigkeit. Die erste Zahl sagt etwas aus, die zweite kann jeder nennen.
Was wir an WordPress-Auftritten übernehmen und wie der Durchgang abläuft, steht auf unserer Seite WordPress Wartung.

Fachlich verantwortet von
Christopher Kienzl
Gründer von Kienzl Media, 14+ Jahre Erfahrung im Bereich Webdesign und Frontend. Die Ratgeber erklären die Grundlagen so, wie wir sie im Projekt selbst anwenden.
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