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Was kostet es, nichts zu tun?
Meist mehr als der Relaunch, nur unsichtbarer. Eine schwache Website schreibt keine roten Zahlen, sie verhindert schwarze: Der Interessent, der nach zehn Sekunden zum Wettbewerber weiterklickt, taucht in keiner Auswertung auf.
Deshalb lohnt eine einfache Überschlagsrechnung mit deinen eigenen Zahlen: Was ist dir ein durchschnittlicher Auftrag wert? Und wie viele Anfragen bringt die Website heute pro Monat? Wenn zwischen diesen beiden Zahlen und deinem tatsächlichen Marktumfeld eine Lücke klafft, hat diese Lücke einen Jahreswert, und der ist fast immer größer als ein Projektpreis.
Die Rechnung braucht keine Genauigkeit auf den Euro. Es reicht die Frage: Würde ein einziger zusätzlicher Auftrag pro Monat den Neubau innerhalb eines Jahres bezahlen? Bei den meisten Betrieben lautet die Antwort ja, und ab da ist der Relaunch keine Ausgabe mehr, sondern eine Investitionsentscheidung mit Zahlen.
Die teuerste Website ist selten die, die du bezahlst. Es ist die, die unbemerkt Anfragen verliert.
Reparieren oder neu bauen?
Reparieren gewinnt, wenn das Fundament trägt und genau ein Problem stört. Neu bauen gewinnt, wenn jede Reparatur gegen dasselbe schwache Fundament arbeitet. Die Unterscheidung gelingt mit drei Fragen:
- Trägt die Basis? Eine Website, die technisch stabil läuft, schnell lädt und auf dem Handy funktioniert, verträgt gezielte Eingriffe: neue Texte, ein besseres Formular, eine zusätzliche Seite.
- Ist das Problem wirklich eines? Wenn sich deine Unzufriedenheit auf einen Punkt eingrenzen lässt, lohnt der kleine Eingriff. Wenn die Liste beim Aufschreiben immer länger wird, meist nicht.
- Werden Reparaturen teurer statt billiger? Wenn jede Änderung Nebenwirkungen hat und dein Dienstleister öfter „das geht mit dem System nicht“ sagt, zahlst du das Fundament in Raten, ohne je eines zu bekommen.
Woran du im Einzelnen erkennst, dass eine Website am Ende ihres Lebenszyklus ist, und wie ein Relaunch abläuft, ohne dass Google-Platzierungen verloren gehen, steht ausführlich im Grundlagen-Ratgeber. Hier geht es nur um die Entscheidung selbst.
Wann ist der falsche Moment?
Mitten in deiner stärksten Saison und mitten in einer laufenden Werbekampagne. Ein Relaunch braucht deine Aufmerksamkeit für Freigaben und Zulieferungen, und die ist in der Hochsaison am teuersten. Dazu kommt: Wer während des Umbaus Anzeigen auf die alte Seite schaltet, bezahlt Klicks auf einen Auftritt, den er selbst nicht mehr überzeugend findet.
Die Umkehrung gilt allerdings auch: Wer den Relaunch immer wieder auf „nach der Saison“ verschiebt, verschiebt ihn erfahrungsgemäß jahrelang. Spätestens wenn rechtliche Anforderungen drängen oder die Technik den Betrieb gefährdet, ist Warten die teuerste Option.
Woran erkennst du den richtigen Zeitpunkt?
An der Kombination aus ruhigem Kalender und anstehender Investition. Konkret sprechen vier Situationen für jetzt:
- Deine ruhigeren Monate beginnen, und der Livegang läge damit vor der nächsten Saison, nicht in ihr.
- Du planst ohnehin, in Sichtbarkeit zu investieren. SEO oder Anzeigen auf eine schwache Website zu schicken ist verbranntes Budget, der Unterbau kommt zuerst.
- Dein Angebot hat sich verändert, und die Website erzählt noch den alten Stand. Jeder Monat Differenz kostet Vertrauen bei genau den Kunden, die du jetzt willst.
- Du hast erstmals belastbare Zahlen: Wer Besucher und Anfragen kennt, kann nach dem Relaunch messen, was er gebracht hat.
Wie sicherst du die Entscheidung ab?
Mit einer Stunde Bestandsaufnahme statt Bauchgefühl. Bevor du Angebote einholst, verschaffe dir drei Blicke auf den Ist-Zustand:
- Öffne deine Statistik oder die Google Search Console: Kommen Besucher, aber keine Anfragen? Oder kommen schon keine Besucher? Das sind zwei verschiedene Probleme mit zwei verschiedenen Preisen.
- Geh deine drei wichtigsten Seiten auf dem eigenen Handy durch, so wie ein Kunde: suchen, tippen, anfragen. Notiere, wo du selbst hängen bleibst.
- Frag zwei, drei jüngere Kunden, wie sie dich gefunden haben und was sie auf der Website überzeugt oder gestört hat. Nichts erdet eine Entscheidung so gut wie diese Antworten.
Erst danach lohnen Angebote. Und jedes davon lässt sich an einer einzigen Frage messen: Spricht der Anbieter von sich aus über den Umgang mit deinen bestehenden Google-Platzierungen? Wer das Thema nicht anfasst, hat es nicht eingeplant.
Die Entscheidung in einer Rechnung
Am Ende stehen sich zwei Zahlen gegenüber: ein Projektpreis, bei uns ab 2.900 € netto, die meisten Projekte zwischen 6.000 und 12.000 €, und der Jahreswert der Aufträge, die eine bessere Website zusätzlich bringen muss, um sich zu tragen. Meist ist das ein einziger Auftrag im Monat oder weniger. Wie ein Relaunch bei uns abläuft und was im Festpreis steckt, zeigt die Seite Website-Relaunch Agentur.
Ehrlicherweise gehört auch das gesagt: Wenn deine Auftragsbücher voll sind, du nicht wachsen willst und die Website rechtlich sauber läuft, darfst du die Entscheidung guten Gewissens vertagen. Für alle anderen ist sie selten eine Frage des Ob, sondern des Wann.

Geschrieben von
Christopher Kienzl
Gründer von Kienzl Media, 14+ Jahre Erfahrung im Bereich Webdesign und Frontend. Schreibt hier über das, was Websites wirklich Anfragen bringt.
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