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Was gehört wirklich in dein Google-Unternehmensprofil?
Mehr als Adresse und Öffnungszeiten. Und die wichtigste Angabe ist die unscheinbarste: die Hauptkategorie. Sie entscheidet mit, bei welchen Suchen Google dich überhaupt in Betracht zieht. Wer als „Bauunternehmen“ eingetragen ist, aber vor allem Bäder saniert, taucht bei der Bad-Suche selten auf.
Der Rest ist Fleißarbeit, die die meisten Wettbewerber nicht machen. Genau deshalb lohnt sie sich:
- Kategorien: eine Hauptkategorie, so präzise wie möglich, dazu Nebenkategorien für alles Weitere. Schau nach, was die drei Betriebe über dir eingetragen haben. Das steht offen in deren Profil.
- Leistungen: jede einzeln eintragen, in den Worten deiner Kunden. Das Feld wirkt nebensächlich und ist eine der wenigen Stellen, an denen du Google direkt sagst, was du machst.
- Fotos: echte Bilder vom Betrieb, vom Team und von fertigen Arbeiten. Katalogbilder erkennt jeder, und sie erklären nichts. Regelmäßig ein paar ergänzen wirkt mehr, als einmal fünfzig Stück hochzuladen.
- Beiträge: kurze Meldungen zu abgeschlossenen Projekten, Aktionen oder Terminen. Das hält das Profil aktuell und beantwortet nebenbei die Frage, ob es den Betrieb noch gibt.
- Fragen und Antworten: dieser Bereich ist öffentlich, und schreiben darf dort jeder. Stell die häufigsten Fragen selbst ein und beantworte sie, sonst tut es irgendwann jemand anderes.
- Öffnungszeiten inklusive Feiertagen. Eine falsch angezeigte Schließzeit kostet dich den Anruf und manchmal die schlechte Bewertung dazu.
Der Rhythmus zählt dabei mehr als der einzelne Eintrag. Ein Profil, das seit zwei Jahren unangetastet ist, sieht aus wie ein Betrieb, bei dem seit zwei Jahren nichts passiert. Zwanzig Minuten im Monat reichen, um das zu vermeiden.
Die Hauptkategorie entscheidet, ob du überhaupt im Rennen bist. Alles andere entscheidet, ob jemand dich anruft.
Wie kommst du an Bewertungen, ohne dich angreifbar zu machen?
Indem du fragst. Das ist der ganze Weg, und er funktioniert besser, als die meisten glauben. Bewertungen zu kaufen ist dagegen keine Grauzone: Gefälschte Bewertungen sind irreführende Werbung, wettbewerbsrechtlich angreifbar, und Google räumt sie in Wellen ohnehin ab.
Auch Anreize sind heikler, als sie klingen. Ein Rabatt gegen eine Bewertung verstößt gegen die Richtlinien von Google, und wo eine Gegenleistung fließt, muss sie kenntlich sein. Der einfache Weg ist hier auch der sichere:
- Frag im richtigen Moment: direkt nach der Abnahme, nach der Übergabe, nach dem gelösten Problem. Zwei Wochen später ist die Zufriedenheit abgekühlt.
- Mach es in zwei Klicks möglich. Google stellt für jedes Profil einen kurzen Bewertungslink bereit. Der gehört in die Rechnungsmail, in die Signatur und auf den Zettel, den du dalässt.
- Frag persönlich, nicht per Serienmail an vierhundert Adressen. Zwanzig Bewertungen an einem Dienstag fallen auf, und zwar allen.
- Antworte auf jede Bewertung, auch auf die guten. Zwei Sätze genügen. Das liest der nächste Interessent, nicht der, der geschrieben hat.
- Bei Kritik: sachlich bleiben, keine Auftragsdetails öffentlich ausbreiten, Klärung anbieten. Eine ruhige Antwort auf eine schlechte Bewertung überzeugt oft mehr als die fünf guten darüber.
Dazu die unbequeme Beobachtung: Eine makellose Wand aus fünf Sternen wirkt inzwischen verdächtiger als ein ehrlicher Schnitt mit ein paar Ausreißern. Und wer jeden Monat ein, zwei neue Bewertungen bekommt, steht besser da als jemand, der vor drei Jahren zwanzig auf einmal gesammelt hat.
Frag so oft, dass es zur Gewohnheit wird. Kauf nie. Der kurzfristige Gewinn steht in keinem Verhältnis zum Risiko.
Wann lohnt sich eine eigene Seite je Ort?
Wenn du dort tatsächlich arbeitest und etwas über den Ort zu sagen hast. Diese eine Bedingung trennt die Seiten, die Anfragen bringen, von denen, die eine Website nur aufblähen.
Der Reiz ist verständlich: eine Seite je Nachbarort, fertig ist die Regionalabdeckung. Das Problem ist nicht die Idee, sondern die Ausführung. Vierzig Seiten, bei denen nur der Ortsname ausgetauscht wurde, sind für Google vierzig Mal derselbe Text. Und für den Leser sind sie die schnellste Art zu zeigen, dass man ihn nicht ernst nimmt.
Eine Ortsseite trägt sich, wenn darauf Dinge stehen, die nur dort stimmen:
- Ein echtes Projekt aus dem Ort oder der direkten Nachbarschaft, gern mit Bild.
- Die Leistung, die dort wirklich gefragt ist. Im Neubaugebiet fragt man anderes an als in der Altbaustraße.
- Wie die Zusammenarbeit abläuft, wenn der Kunde dort sitzt: Anfahrt, Termine, Ansprechpartner, Einzugsgebiet.
- Die Fragen, die dir genau dort gestellt werden. Zwei oder drei genügen, wenn sie echt sind.
Daraus folgt eine unbequeme Reihenfolge: erst schreiben, dann die Seite anlegen. Wenn dir zu einem Ort nichts einfällt, hast du die Antwort auf die Frage, ob er eine eigene Seite braucht.
So halten wir es selbst: Unsere Seite Webdesign Geretsried steht für den Ort, an dem wir sitzen, mit einem Projekt aus der Nachbarschaft und den Fragen von dort. Die größeren Nachbarorte haben eigene Seiten, weil es dort genug Eigenes zu sagen gibt; die kleineren stehen als Erwähnung im Text. Und wer das nicht selbst umsetzen will: SEO in Geretsried beschreibt, wie wir es als SEO & GEO Agentur für Betriebe machen.
Für die Kombination aus Ort und Leistung gilt dasselbe, nur strenger. Sinnvoll ist sie bei deinen zwei, drei wichtigsten Leistungen und in den Orten, aus denen heute schon die meisten Anfragen kommen. Alles darüber hinaus ist Fleiß ohne Wirkung.
Warum bremsen widersprüchliche Firmendaten deine Sichtbarkeit?
Weil Google aus vielen Quellen zusammensetzt, wer du bist, und Widersprüche dieses Bild unscharf machen. Wenn deine Nummer in vier Verzeichnissen unterschiedlich steht und die alte Adresse noch irgendwo lebt, muss die Suchmaschine raten. Sie rät selten zu deinen Gunsten.
Der Aufwand dafür ist einmalig und langweilig. Du legst fest, wie Firmenname, Adresse und Telefonnummer geschrieben werden, exakt in einer Fassung, und ziehst das überall durch:
- Google-Unternehmensprofil, eigene Website samt Impressum, Apple Karten und Bing Places.
- Die Verzeichnisse, in denen deine Branche tatsächlich steht: Kammer, Innung, die zwei großen Branchenportale deines Fachs. Nicht dreißig gekaufte Einträge.
- Deine Profile bei Instagram, Facebook, LinkedIn und in den Bewertungsportalen, die für dich zählen.
- Alte Einträge, die längst vergessen sind: der Vorgängername, das erste Büro, die Nummer von vor dem Umzug. Such einmal nach deiner alten Adresse und staune.
Halte die gültige Fassung in einem Dokument fest, das jeder im Betrieb findet. Das klingt nach Kleinkram, aber genau hier entstehen die Abweichungen: Jemand legt schnell ein Profil an und schreibt „Str.“ statt „Straße“, ohne Rechtsform, mit der Handynummer statt der Zentrale. Ab da stehen zwei Wahrheiten im Netz.
Was ändert sich, wenn Kunden die KI nach einem Betrieb fragen?
Die Frage bleibt lokal, die Antwortliste wird kürzer. Wer „guter Heizungsbauer in meiner Nähe“ in ChatGPT eingibt, bekommt keine zehn Links zur Auswahl, sondern zwei oder drei Namen mit Begründung. Aus einer Ergebnisliste wird eine Empfehlung, und Platz vier existiert dort nicht mehr.
Die gute Nachricht: Die Arbeit bleibt dieselbe. Sprachmodelle ziehen ihre lokalen Antworten aus Quellen, die du ohnehin pflegst, also Website, Profil, Bewertungen und Erwähnungen in der Region. Wer die vier Punkte oben sauber hat, ist auch hier nicht schlecht aufgestellt.
Eine Sache lohnt zusätzlich: Schreib die Fakten auf deiner Website so, dass man sie zitieren kann. Wo du arbeitest, was du machst, für wen. Klare Sätze statt Andeutungen. Wie KI-Suche im Einzelnen funktioniert und was du gezielt dafür tun kannst, ist ein eigenes Thema und den Platz hier nicht wert. Für die lokale Sichtbarkeit gilt zunächst: Das Fundament ist dasselbe.
Womit fängst du an?
Mit dem Profil, weil es am schnellsten wirkt und nichts kostet. Danach in dieser Reihenfolge, weil jeder Schritt den nächsten trägt:
- Woche 1: Profil vollständig ausfüllen. Kategorien prüfen, Leistungen eintragen, zehn echte Fotos, Öffnungszeiten inklusive Feiertagen.
- Woche 2: Firmendaten vereinheitlichen, alte und falsche Einträge korrigieren.
- Ab Woche 3: Bewertungen zur Gewohnheit machen. Jeder abgeschlossene Auftrag, jedes Mal.
- Monat 2 bis 3: die Orts- und Leistungsseiten schreiben, für die du tatsächlich etwas zu erzählen hast.
- Danach: monatlich zwanzig Minuten Pflege und ein Blick in die Statistik des Profils. Anrufe, Routenanfragen, Klicks auf die Website.
Und dann kommt der Teil, den niemand gern hört: Lokale Rankings brauchen typischerweise 3 bis 6 Monate, bis sich etwas Stabiles zeigt. Messbar ist in dieser Zeit trotzdem etwas, nur zuerst im Profil. Anrufe und Routenanfragen reagieren meist früher als die Position in der Ergebnisliste.
Wer das ein halbes Jahr durchhält, hat den meisten Wettbewerbern in der Region etwas voraus. Nicht weil es schwer wäre. Sondern weil es kaum jemand durchhält.

Geschrieben von
Christopher Kienzl
Gründer von Kienzl Media, 14+ Jahre Erfahrung im Bereich Webdesign und Frontend. Schreibt hier über das, was Websites wirklich Anfragen bringt.
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